KRANKENKASSEN. Die Krankenkassen in Deutschland tun immer mehr für die Gesundheitsförderung und die Prävention. Laut dem Präventionsbericht 2025 der gesetzlichen Krankenkassen stiegen die Ausgaben 2024 auf eine Rekordsumme von rund 686 Millionen Euro.
Von Klaus Pehle
Es sind Gesundheitsaktionen in Kitas, Schulen und im kommunalen Bereich, die finanzielle Unterstützung von gesetzlich Versicherten bei Gesundheitskursen oder Präventionsmaßnahmen in Seniorenzentren oder die Betriebliche Gesundheitsförderung in Unternehmen: Immer mehr Geld lassen sich die Krankenkassen in Deutschland Gesundheitsförderung und Prävention kosten. 2024 Jahr lagen die Ausgaben dafür um über 50 Millionen Euro höher als im Vor-Corona-Jahr 2019 (rund 630,8 Millionen Euro). Laut dem aktuellen Präventionsbericht 2025 von GKV-Spitzenverband und Medizinischem Dienst Bund waren es rund 686 Millionen Euro.
Oliver Blatt ist Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes und sieht die Verantwortung für die Gesundheitsförderung aber nicht allein bei den gesetzlichen Krankenkassen: „Die Zahlen zeigen das große Engagement der Kranken- und Pflegekassen in allen Bereichen der Gesundheitsförderung und Prävention. Allerdings sind das wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Die Verantwortung hierfür geht weit über den Wirkungsbereich der Krankenkassen hinaus. Prävention kann nur gelingen, wenn (Finanz-)Verantwortung viel stärker als bisher auch von Bund, Ländern und Kommunen als Gestalter von Lebens- und Gesundheitsbedingungen übernommen wird.“
Besonders aktiv waren die Krankenkassen in Kitas, Schulen und Kommunen. Mit 5.160 dokumentierten gesundheitsfördernden und präventiven Aktivitäten 2024 stieg diese Zahl um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit erreichten die Krankenkassen fast 8,9 Millionen Menschen (plus 15 Prozent). Die Hälfte der Maßnahmen fand in Kitas und Grundschulen statt.
An individuellen Gesundheitskursen mit den Themen wie Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung oder Suchtmittelreduktion nahmen 2024 fast 1,9 Millionen Versicherte und damit 17 Prozent mehr als 2023 teil. Bei über 90 Prozent dieser Kurse ging es um Bewegung.
Einen Rückgang gab es bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Obwohl die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent stiegen, konnten damit fünf Prozent weniger Betriebe und sechs Prozent weniger Beschäftigte als 2023 erreicht werden. Die soziale Pflegeversicherung gab 2024 insgesamt 25 Millionen Euro für Präventionsleistungen in stationären Pflegeeinrichtungen aus. Das ist ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Angebote haben das Ziel, die gesundheitliche Situation von Pflegebedürftigen zu stärken und deren Lebensqualität positiv zu beeinflussen.
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