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Das Special – Gesund in GL

Apotheken unter Druck

22. Februar 2025

GESUNDHEITSKOSTEN. Die Kosten für Arzneimittel steigen in Deutschland, doch die Apotheken geraten zunehmend unter finanziellen Druck. In zehn Jahren mussten 18 Prozent der Apotheken schließen.

Von Klaus Pehle

Laut aktuellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Medikamente im Jahr 2024 um 9,7 Prozent auf 53,7 Milliarden Euro gestiegen.

Gleichzeitig wurden nur 1,6 Prozent mehr Arzneimittel verschrieben. Der Grund: Viele neue Medikamente sind teurer, was den Fortschritt in der Medizin widerspiegelt.

Doch während Krankenkassen und Pharmaunternehmen mit steigenden Kosten umgehen, sind es die Apotheken, die unter den Sparmaßnahmen besonders leiden. Ein Beispiel ist der sogenannte Apothekenabschlag: Pro verkauftem rezeptpflichtigen Medikament geben Apotheken einen festen Betrag an die Krankenkassen ab – eine Art Zwangsrabatt. Dieser wurde zuletzt erhöht, sodass Apotheken in den vergangenen zwei Jahren zusätzlich 310 Millionen Euro als „Sonderopfer“ aufbringen mussten.

Diese Mehrbelastung bleibt nicht ohne Folgen: In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Apotheken um 18 Prozent gesunken. Besonders in ländlichen Regionen schließen viele Standorte, weil sich der Betrieb nicht mehr lohnt. Die Personalkosten steigen, Mieten und Energiepreise sind hoch – doch das Apothekenhonorar wurde seit 2013 nicht mehr angepasst.

Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apotheker-Verbandes DKV: „Die Krankenkassen geben immer mehr für Medikamente aus, aber die Apotheken werden kaputtgespart. Unser Anteil an den Gesamtausgaben liegt konstant bei nur zwei Prozent. Das zeigt: An uns kann man nichts mehr einsparen!“

Was bedeutet das für die Menschen? Wenn immer mehr Apotheken schließen, wird die Versorgung komplizierter. Längere Wege, weniger persönliche Beratung und schlechtere Erreichbarkeit sind die Folgen. Besonders für ältere oder chronisch kranke Menschen ist das ein großes Problem.

Zudem übernehmen Apotheken eine wichtige Rolle bei der Beratung zu neuen Therapien. Gerade moderne Medikamente sind oft kompliziert in der Anwendung und erfordern eine individuelle Betreuung – doch wer soll das leisten, wenn immer mehr Apotheken dichtmachen?

Die Apotheken fordern, dass die Politik endlich handelt. Eine Anpassung des Apothekenhonorars ist dringend nötig, um weitere Schließungen zu verhindern. Die Arzneimittelversorgung muss auch in Zukunft gesichert sein – nicht nur in großen Städten, sondern überall.

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