MOBILITÄT. Mit dem Auto Freunde besuchen, zum Einkaufen fahren oder auf Tour am Wochenende – das ist Lebensqualität, die man auch im Alter nicht missen möchte. Lässt die Fahrtüchtigkeit nach, kann sich ein Fahrtraining lohnen.
Von Carmen Sadowski
Der Führerschein kennt keine Altersgrenze. Frauen und Männer über 75 hinterm Steuer sind längst keine Seltenheit mehr. Doch verursachen sie einen Verkehrsunfall, steht schnell die Debatte über schärfere Regeln im Raum. Das EU-Parlament hat sich gegen verbindliche Checks entschieden, doch in Ländern wie Finnland, Spanien oder der Schweiz sind Fahrtests für Senioren Realität.
Statistisch gesehen sind Menschen ab 65 Jahren keineswegs die schlechteren Fahrer. Tatsächlich sind nicht wenige noch mit 80 topfit. Fest steht aber auch, dass Sehstärke, Hörfähigkeit und Reaktionsvermögen mit den Jahren abnehmen. Da das Altern jedoch ein schleichender Prozess ist, fallen vielen die eigenen Schwächen gar nicht auf.
Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen Verkehrsexperten, Menschen ab 60 Jahren einmal im Jahr einen Sehtest machen zu lassen. Auch gutes Hören ist ein Sicherheitsfaktor. Ein Besuch beim HNO-Arzt oder einer Hörgeräte-Akustikerin kann Klarheit und – früh erkannt – Abhilfe verschaffen.
Auch in Sachen Wahrnehmung und Reaktionsvermögen empfiehlt es sich, regelmäßig die eigene Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Eine erste Einschätzung gewährt zum Beispiel der Online-Test des Deutschen Verkehrssicherheitsrats unter www.dvr.de/themen/aeltere-menschen/online-test.
Um die persönliche Fahrtüchtigkeit auch in der Praxis zu testen, bieten Fahrschulen, der TÜV oder Automobilclubs Trainings für Seniorinnen und Senioren. Dabei sind sie mit einem Fahrlehrer unterwegs, der Empfehlungen und Hinweise gibt. Dazu können bereits das richtige Einstellen von Autositz und Rückspiegel zählen.
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