Von Daniel Doege
Im Marketing wird die Arbeit immer komplexer. Inhalte für LinkedIn, Instagram und Website generieren, Kampagnen vorbereiten, Vertriebsunterstützung leisten. „Und das alles bei vielen Unternehmen mit weniger Personal“, gibt Daniel Doege von AGENTICAL zu bedenken und sieht im Agentic Marketing eine Lösung. „Da kommt ein Paradigmenwechsel auf uns zu.“ Durch die zunehmende Leistungsfähigkeit von KI-Systemen erledigen erste agentische Mitarbeiter (KI-Agenten) operative Aufgaben in Marketing und Vertrieb und entlasten die Teams messbar.
„Ein agentischer Mitarbeiter ist ein automatisiertes, vortrainiertes und selbsthandelndes KI-System, das wie ein spezialisierter Kollege arbeitet“, erklärt der KI-Experte. Die Systeme generieren nicht nur Texte oder Bilder, sondern liefern komplette Arbeitspakete. Zur Verdeutlichung beschreibt Daniel Doege ein bereits vielerorts etabliertes Beispiel aus dem Content Marketing: Ein KI-Agent recherchiert passende Themen, stellt Rückfragen an Fachleute im Unternehmen, erstellt mehrere konkrete Beitragsvorschläge samt Bildideen, passt Tonalität und Format für verschiedene Kanäle an und legt diese Entwürfe den Marketingverantwortlichen zur Freigabe vor. Das Management bekommt damit Ergebnisse, die bereits zur Veröffentlichung geeignet sind. Zusätzliche Koordinierungsarbeiten entfallen.
Für Unternehmen hat das laut Doege drei direkte Effekte: „Erstens sinken externe Kosten, weil Aufgaben, die bisher an Dienstleister oder Agenturen ausgelagert wurden, wieder intern laufen können. Zweitens steigt die Taktzahl. Kampagnen, Social Posts, Landingpages und Vertriebsansprachen liegen innerhalb von Stunden statt Tagen vor. Drittens gewinnt das Unternehmen Kontrolle zurück. Die Marke kann konsistenter geführt werden, weil weniger Abstimmungsschleifen nötig sind.“ Das Ziel von AGENTICAL ist es, dass Marketing-Teams eigenständig und sicher mit diesen neuen digitalen Kollegen arbeiten können.
Seine Prognose: „In den kommenden Monaten werden agentische Systeme vom Experiment zum Arbeitsstandard.“ Die Veränderungen betreffen nicht nur die Kostenstruktur, sondern auch die Rollen im Unternehmen. Mitarbeitende, die lernen, agentische Kollegen in Marketing und Vertrieb zu steuern und damit Ergebnisse liefern, werden für das Management wichtiger, nicht austauschbarer. Daniel Doege: „Aufgabenprofile, die heute fast ausschließlich aus Routine bestehen, geraten dagegen unter Druck.“
Der KI-Experte empfiehlt: „Mitarbeitende muss man frühzeitig mitnehmen, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ziel ist kein Personalabbau, sondern eine Ausstattung der Teams mit zusätzlicher Kapazität. Unternehmen sollten prüfen, welche Aufgaben künftig durch agentische Systeme unterstützt werden können und sich dabei fachkundig begleiten lassen.
Darauf sollte ein klar abgegrenzter Pilot starten, zum Beispiel die Erstellung von Social-Media-Inhalten oder das strukturierte Nachfassen von Leads. Außerdem müssen Verantwortungen definiert werden.“
Aus Sicht von Doege prägt dieser Einstieg die Wettbewerbsfähigkeit in naher Zukunft. Unternehmen, die sich frühzeitig mit den Möglichkeiten von KI-Agenten beschäftigen, verschaffen sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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