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Als die Welt stillstand

Auch im Jugendzentrum Cross in Gronau stieg man vor fünf Jahren auf digitale Angebote um. Manches davon ist bis heute geblieben. Manuela Muth (Foto) war damals schon Leiterin der Einrichtung.

Foto: Auch im Jugendzentrum Cross in Gronau stieg man vor fünf Jahren auf digitale Angebote um. Manches davon ist bis heute geblieben. Manuela Muth (Foto) war damals schon Leiterin der Einrichtung. @Katholische Jugendagentur gGmbH

 

JUGENDZENTREN. Vor genau fünf Jahren befanden sich Gladbachs Jugendzentren im Lockdown. Die Corona-Pandemie war für die Einrichtungen ein harter Einschnitt und die Folgen wirken bis heute nach.

 

Von Klaus Pehle

Digitale Angebote, Workshops über Teams, auf Zoom oder anderen Online-Meetings-Plattformen: Das hat es an Bergisch Gladbacher Jugendzentren vor 2020 eigentlich nicht gegeben. Doch dann kamen mit der Corona-Pandemie die Lockdowns und so mussten auch die Türen der Jugendzentren erst einmal schließen. Im März 2020 durften erst die Schulen und Kitas nicht mehr öffnen, ab dem 22. März gab es dann den ersten Lockdown mit scharfen Regelungen: Maskenpflicht, keine Treffen mehr mit mehr als zwei Menschen außerhalb der Wohnung, Gaststätten und Friseure mussten schließen.

„Absurd“ empfand Conny Uphoff damals die Situation. Sie leitete in der Zeit das Jugendkulturzentrum Q1 und berichtete GL KOMPAKT: „Es ist gespenstig ruhig, die Bands dürfen nicht proben, die Kurse finden alle nicht statt. Es ist, als wenn die Welt plötzlich stillsteht.“ Ähnlich empfanden auch andere Jugendzentren in Bergisch Gladbach die Situation: „Es ist alles sehr leer hier“, sagte uns FrESch-Leiter Christoph Schwiedergall zurzeit des ersten Lockdowns. „Der Kern“ der offenen Jugendarbeit „sei weg“. Offene Jugendarbeit bedeute persönlichen Kontakt aufbauen – über den direkten Austausch, über Gespräche, Blickkontakte und auch schon mal eine freundschaftliche Umarmung. Dafür lieben die Sozialpädagogen in den Jugendzentren ihre Arbeit und das war damals ganz plötzlich nicht mehr möglich.

Für viele Jugendliche auch in Bergisch Gladbach bedeutete Corona und die beiden langen Lockdowns: kein Treffpunkt, kein Ort zum Chillen, kaum soziale Kontakte. Was sonst Alltag war, verschwand über Nacht. Aber man reagierte schnell. Noch vor den ersten Lockerungen am 4. Mai 2020 entstanden Online-Angebote, digitale Treffpunkte auf Zoom oder Skype (gab es damals noch) ersetzten die Präsenz-Angebote. Im Sommer 2020 gab es dann wieder erste Outdoor-Treffen, gemeinsame Sportangebote und Kreativworkshops im Freien – aber alles unter Hygieneregeln. Die Gladbacher Jugendzentren zeigten viel Flexibilität. Sie investierten in mobile Spiel- und Sportgeräte, bauten Zelte auf oder organisierten temporäre Chill-Out-Spots.

Doch im Winter 2020 war wieder Schluss. Der zweite Lockdown begann am 2. November, wurde am 16. Dezember noch einmal verschärft und dauerte fast vier Monate. Präventionsarbeit, Bildungsangebote und gemeinsame Freizeitgestaltung mussten irgendwie online erledigt werden, genauso wie Lernhilfen, Hausaufgabenbetreuung oder psychologische Beratungen.

Viele der digitalen Angebote sind bis heute geblieben. Aber das zentrale Element offener Jugendarbeit, der persönliche Kontakt, steht heute wieder im Mittelpunkt.

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