JUNG IN GL. Schluss mit der Jugendarbeit im Q1-Gebäude am Quirlsberg. Weil eine Sanierung des gut 70 Jahre alten Gebäues für die Stadt zu teuer ist, müssen das evangelische Jugendzentrum, die Pfadfinder und das Kindergartenmuseum umziehen.
Von Marie Breer
Wohin? Beschlossene Sache ist der Neubau eines „Jugendquartiers“ in der oberen Hauptstraße mit rund 250 Quadratmetern für den Pfadfinderstamm Folke Bernadotte und das Kindergartenmuseum; Kosten rund 2,5 Millionen Euro. Als künftiger Anlaufpunkt für die offene Jugendarbeit des Jugendzentrums Q1 in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde ist das Zandersgelände angedacht. Damit keiner auf der Straße stehen muss, werden 250.000 Euro für die notwendigsten Reparaturen am Q1-Gebäude bereitgestellt, um den Betrieb noch mindestens zwei Jahre aufrechterhalten zu können.
Q1 auf Zanders-Areal
Das Q1-Jugendzentrum soll nach den bisherigen Vorstellungen der Stadt in das geplante soziokulturelle Zentrum in der Alten Zentralwerkstatt auf Zanders integriert werden. Die evangelische Kirchengemeinde als Trägerin des Jugendzentrums und dessen Leiter Christian Kulka sind über diese Überlegungen informiert und finden die Vorstellung, sich dort mit einem modernen Jugendzentrum zu positionieren „erst einmal positiv“, so Kulka. „Ich sehe für uns damit auch neue Chancen und ganz neue Möglichkeiten“, sagt er und verweist auf den neuen Gleispark mit seinen Spiel- und Sportmöglichkeiten direkt nebenan. „Wir sehen aber natürlich auch die Nachteile“, so Kulka: „Der Veranstaltungssaal geht verloren, und wir haben auch noch keine neue Perspektive für die Proberäume.“ Er hofft, dass sich dafür Lösungen finden und setzt auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt. Und sollte es doch eine Rettung geben für das alte Q1-Gebäude „werden wir hier weiter einen guten Dienst für die Jugend machen.“
Weniger Platz für Pfadfinder
Nachvollziehen kann Christian Kulka, dass die Pfadfinder den Auszug aus dem Q1 als erheblichen Verlust empfinden und dass sie auf ganz effektive Weise für ihre Interessen kämpfen, was Respekt verdient. Der Pfadfinderstamm mit derzeit rund 100 Mitgliedern wehrt sich gegen den Neubau, in dem er weit weniger Platz haben wird als bisher im Q1. Er möchte nicht auf den Standort verzichten, der seit mehr als 40 Jahren naturnahes Pfadfinderleben mitten in der Stadt ermöglicht, und kämpft für den Erhalt der Bergisch Gladbacher Jugendarbeit im Q1-Gebäude. Die Pfadfinder haben versucht, Verwaltung und Politik umzustimmen und im März vor der Ratssitzung, in der es um die Zukunft des Q1 ging, für den Erhalt vor dem Bensberger Rathaus demonstriert. Vergeblich: CDU, SPD und Grüne erklärten erneut, dass sie eine Komplettsanierung des Q1 als nicht bezahlbar einstufen und sehen im Umzug der Pfadfinder in ein neues Jugendquartier und dem kurzfristigen Weiterbetrieb des alten Gebäudes die beste Lösung.