Foto: ©BergTV Archiv
BERGTV. Fernsehen, Radio und soziale Verantwortung unter einem Dach: Hinter BergTV steht ein ungewöhnliches Medienkonzept, das in der Region seit Jahren journalistische Arbeit mit inklusiven Projekten verbindet. Geschäftsführer Andreas Schwann arbeitet dabei eng mit der Bergischen Welle sowie dem Verein „Einfach Gemeinsam“ zusammen.

Ziel von BergTV ist es, Menschen mit Behinderung aktiv in Medienproduktionen einzubinden. „Alle Menschen sind bei uns fester Bestandteil des Redaktionsalltags“, sagt Geschäftsführer und Gründer Andreas Schwann. Grundlage dafür ist die jeweils individuelle Förderung nach persönlichen Fähigkeiten.
„Jeder und jede findet eine Aufgabe“, sagt Andreas Schwann über die Teilnehmenden der Projekte. „Wir schauen nach den Fähigkeiten und genau da setzen wir an.“ So entstehen in der Praxis sehr unterschiedliche Rollen: Manche arbeiten hinter der Kamera oder im Schnitt, andere führen Interviews oder moderieren Radiobeiträge. „Eine Teilnehmerin konnte technisch nicht gut arbeiten, stellte aber fantastische Interviewfragen. Heute macht sie Interviews, die richtig Freude machen“, berichtet Schwann.
Die Verbindung von Fernsehen und Radio eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Während einige lieber vor der Kamera stehen, fühlen sich andere ausschließlich am Mikrofon wohl. „Wir versuchen die Fähigkeiten so zu bündeln, dass es für alle funktioniert“, beschreibt Schwann den Ansatz. Die Redaktion arbeitet dabei zunehmend flexibel: Bereits während der Corona-Zeit richtete BergTV Homeoffice-Arbeitsplätze für Mitarbeitende ein – finanziert unter anderem über damalige Soforthilfen.
Wie erfolgreich inklusive Medienarbeit funktionieren kann, zeigt auch ein gemeinsames Projekt mit dem Bergischen Geschichtsverein. BergTV dokumentierte über drei Jahre hinweg ein Forschungsprojekt zur regionalen Bergbaugeschichte im Bergischen Land. Dabei entstanden mehrere Filme über historische Stollen und Bergwerke, darunter Aufnahmen aus der Grube Arago in Overath-Steinenbrück. Das Rohmaterial wurde anschließend gemeinsam mit den inklusiven Teams bearbeitet und geschnitten. „Unsere Mitarbeitenden bekommen das Material und machen daraus eigene Beiträge“, erklärt Schwann. So werde Geschichte nicht nur dokumentiert, sondern gleichzeitig Medienkompetenz vermittelt.
BergTV versteht sich damit längst nicht nur als regionaler Fernsehsender. Vielmehr entsteht hier ein Netzwerk aus Journalismus, Kulturvermittlung und sozialem Engagement – mit einem klaren Fokus auf Teilhabe und regionale Identität.
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