Top-Thema: Umbau der Laurentiusstraße
Bagger und Absperrgitter prägen seit Herbst das Bild der Laurentiusstraße. Jetzt zeichnet sich ein Ende ab für die hochumstrittene Neugestaltung, die erst nach zähem Ringen und vielen emotionalen Diskussionen an den Start gegangen ist.
Von Marie Breer
Im September sollen die Sanierungs- und Umbauarbeiten abgeschlossen sein, heißt es von der Stadtverwaltung. Bis dahin wird noch kräftig gebuddelt, und die Bergisch Gladbacher müssen mit abschnittsweisen Sperrungen leben.
Die Laurentiusstraße ist eine wichtige Verbindung für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer zwischen Laurentiusviertel und Zentrum. Ihr Zustand hatte sich in der Vergangenheit stetig verschlechtert, und es war klar: Da muss etwas passieren. Vor fünf Jahren machte sich die damalige Ampel-Mehrheit (SPD, Grüne, FDP) dafür stark, dort im Zuge einer Sanierung die erste Fahrradstraße in Bergisch Gladbach einzurichten mit den Vorgaben: Radler haben Vorrang, Sperrung für den Durchgangsverkehr, Auto-Nutzung nur für Anlieger.

Der folgende Verkehrsversuch, die Straße erst einmal als „indirekte Sackgasse“ (Kfz-Verkehre aus Stadtmitte sollen in die Buchmühlenstraße abgeleitet werden) zu erproben, hatte chaotische Verkehrsverhältnisse und heftige Bürgerbeschwerden zur Folge. Er scheiterte krachend. Beibehalten wurde jedoch die Öffnung der Einbahnstraße für den gegenläufigen Radverkehr.
Die weitere Suche nach einer Lösung, die Laurentiusstraße zu einem modernen Straßenraum zu machen mit neuer Fahrbahn, mehr Platz für Fußgänger, Sicherheit für Radfahrer, mehr Grün und Möglichkeiten für Außengastronomie erwies sich als mühsame Angelegenheit. Dann 2024, eigentlich geplantes Startjahr für die Bauarbeiten, gab es weitere schlechte Nachrichten: Der Beginn für den Umbau verzögert sich und wird viel teurer. Denn bei der ersten Ausschreibung hatte sich kein Bieter gefunden für die Arbeiten und bei den Kosten waren Ausgaben für die Baustellenabsicherung und Preiserhöhungen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die zunächst veranschlagte Summe von 1,46 Millionen Euro musste nach oben korrigiert werden auf aktuell 1,611 Millionen.
Erschwert wurde das zähe Ringen um die umfassende Sanierung vor allem durch die Kritik an der vorgesehenen Streichung von Parkplätzen. Laut Mitteilung der Stadt entfallen nunmehr insgesamt 20 Stellplätze. Zehn bleiben erhalten, dazu ein Behindertenstellplatz und drei Liefer-/Ladezonen. Für die Erreichbarkeit der Läden wird auf Parkmöglichkeiten auf der Buchmühle, im Parkhaus Marienberg, im Parkhaus Bergischer Löwe sowie in der Parkpalette Buchmühle verwiesen.
EIN LANGER WEG: Die wichtigsten Schritte im Überblick
- September 2021: Der Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität (jetzt Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen, AMV) beschließt die Umgestaltung zur Fahrradstraße.
- Frühjahr 2022: Öffnung der Einbahnstraße für den gegenläufigen Radverkehr.
- August 2022: Vorstellung der ersten Ideen zur Umgestaltung.
- November 2022: Der AMV beschließt die Erprobung als „indirekte Sackgasse“.
- Februar 2023: Der Verkehrsversuch wird auf AMV-Beschluss beendet, die Verwaltung soll Varianten für eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Umgestaltung und Sanierung erarbeiten.
- August 2023: Offizieller Beschluss des AMV zu Neugestaltungs-Planungen.
- Zwischenzeitlich 2023/2024: Aktualisierungen zum Zeitplan und zur Finanzierung.
- August 2024: Die Verwaltung informiert, dass der für 2024 geplante Beginn der Neugestaltung auf 2025 verschoben werden muss und sich verteuert.
- September 2025: Symbolischer erster Spatenstich.
- Oktober 2025: Beginn der Bauarbeiten, Abschnitt 1 (Konrad-Adenauer-Platz bis zur Zufahrt Parkhaus).
- März 2026: Abschnitt 1 der Umgestaltung fertiggestellt, Beginn Abschnitt 2 (Zufahrt Parkhaus bis Am Broich).
- April/Mai 2026: Abschnitt 2 und 3 (Am Broich bis Ecke Odenthaler Straße) werden nochmals unterteilt, um Sperrungen möglichst zu reduzieren.
- Fertigstellung: geplant für September 2026.