Immobilientipp. Schimmelgefahr im Winter: Wenn die Feuchtigkeit in der Wohnung steigt, drohen Bauschäden und gesundheitliche Risiken. Wie kann man Schimmel effektiv vorbeugen, wer trägt im Schadensfall die Kosten trägt und wann droht eine Mietminderung?
Von Ute Hasselblatt
Schimmel in einer Wohnung entsteht, wenn zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist. Diese entsteht zum Beispiel durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen oder sogar durch das Atmen. Wird zu wenig gelüftet oder zu wenig geheizt, kann sich Feuchtigkeit an kalten Wänden und Fenstern absetzen und Schimmel bilden. Auch Baumängel wie Kältebrücken oder eindringende Feuchtigkeit können die Ursache sein. Oft kommen mehrere Gründe gleichzeitig zusammen.
Schimmel ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern kann auch die Wohnung und die Bausubstanz beschädigen. Deshalb sollte Schimmel niemals ignoriert werden. Entdeckt ein Mieter Schimmel, muss er den Vermieter sofort informieren. Der Vermieter ist verpflichtet, den Mangel zu prüfen und zu beseitigen. Wer die Kosten für die Beseitigung tragen muss, hängt jedoch davon ab, wodurch der Schimmel entstanden ist.
Um Schimmel vorzubeugen, sollte die Wohnung regelmäßig stoßgelüftet und ausreichend beheizt werden. Die Raumtemperatur sollte möglichst nicht unter 16 bis 18 Grad Celsius fallen, da sich sonst Kondenswasser bilden kann. Fenster sollten nicht dauerhaft gekippt bleiben, weil dadurch die Räume auskühlen und Schimmel begünstigt wird. Mehrmals tägliches Stoßlüften ist deutlich wirksamer. Unter „Stoßlüften“ versteht man das gleichzeitige weite Öffnen aller Fenster der Wohnung.
Liegt ein erheblicher Schimmelbefall vor, kann der Mieter unter bestimmten Voraussetzungen die Miete mindern. Wie hoch die Mietminderung ausfallen darf, hängt vom Ausmaß des Schadens ab und wird immer im Einzelfall beurteilt.
Ist die Mietminderung jedoch unberechtigt und entstehen dadurch hohe Mietrückstände, kann der Vermieter sogar fristlos kündigen. Umgekehrt kann auch der Mieter fristlos kündigen, wenn der Schimmel eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellt und der Vermieter den Mangel trotz Aufforderung nicht beseitigt.
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