Nachdem bereits fast zwei Millionen vollelektrische Pkw in Deutschland unterwegs sind, steigt jetzt auch die Zahl der elektrischen Lkw und Transporter deutlich. Etwa 109.000 Fahrzeuge sind es zurzeit. Auch die Infrastruktur holt auf. 191.000 öffentliche Ladepunkte gibt es mittlerweile.
Von Klaus Pehle
Die Nutzfahrzeuge holen auf bei der E-Mobilität. Erstmalig sind jetzt mehr als 100.000 vollelektrische Fahrzeuge unterwegs. Zum Vergleich: Elektrische Pkw gibt es im Moment rund zwei Millionen. Durch ihr hohes Gewicht, durch häufige Nutzung und den damit verbundenen hohen Energieverbrauch bieten Nutzfahrzeuge ein größeres Potenzial für den Klimaschutz und die Verbesserung der Luftqualität.
Der Energiekonzern E.ON betreibt und baut Ladeinfrastruktur, analysiert daher regelmäßig die Zahlen bei der Nutzung von E-Mobilität. E.ON-CEO Filip Thon: „Die Analyse unserer Experten zeigt: Der aktuelle Bestand elektrischer Transporter und Lkw spart beim Laden mit Ökostrom schon über 1,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein, mit dem deutschen Strommix geladen liegt die Einsparung bei knapp einer Million. Und das bei einem Anteil elektrischer Nutzfahrzeuge von erst 2,6 Prozent.“
In NRW sind zurzeit mehr als 57.000 elektrische Lkw und Transporter zugelassen. Dadurch werden jährlich 604.000 Tonnen CO2 eingespart. Bayern leistet mit über 12.000 E-Nutzfahrzeugen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und vermeidet gut 134.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Besonders viele schwere E-Lkw über zwölf Tonnen sind in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.
78.000 der elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeuge in Deutschland sind Transporter, gut 21.000 sind kleine Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und zwölf Tonnen. Schwere Lkw und Sattelzugmaschinen mit Elektro-Antrieb gibt es fast 10.000. Laut E.ON können E-Lkw heute schon so wirtschaftlich wie ihre mit Diesel betankten Äquivalente sein: durch günstigere Antriebsenergie (vor allem mit eigenem Solarstrom), weniger Wartungsaufwand, Steuervergünstigungen und die Mautbefreiung bis 2031.
Neben hunderttausenden privat betriebenen Ladepunkten wie Wallboxen oder von Unternehmen installierte Ladeinfrastrukturen versorgen mittlerweile gut 191.000 öffentliche Ladepunkte die E-Fahrzeuge mit Ladestrom. Die Zahl steigt auch für schwere E-Lkw mit mehr Ladeleistungs- und Platzbedarf. Für diese Fahrzeuge gibt es ebenfalls zunehmend öffentliche Ladestandorte. Dabei sind auch die Ladeleistungen der Stromtankstellen interessant. Sie entscheidet über die Dauer des Ladevorgangs. Die Unterschiede sind groß, manche Stationen laden mit elf Kilowatt, andere mit 400.
Insgesamt sind in Deutschland derzeit rund 7.950 Megawatt öffentliche Ladeleistung installiert. Die EU-Verordnung „über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ (AFIR) sieht eine Ladeleistung von 1,3 Kilowatt je rein elektrischem Auto vor. In Deutschland sind derzeit aber rechnerisch schon 4,1 Kilowatt pro zugelassenem E-Pkw installiert. Das EU-Ziel wird somit sogar übererfüllt.
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