Arbeiten wir alle zu viel? Oder zu wenig? Die Meinungen sind da sehr gegenteilig. Unterdessen aber scheint Burnout zur neuen Volkskrankheit zu werden. Die aktuellen Zahlen an Betroffenen sind alarmierend und so wird die Krankheit mittlerweile zu einer großen Herausforderung für Unternehmen.
Von Klaus Pehle
Besonders Beschäftigte zwischen 31 und 40 Jahren, Berufseinsteiger und junge Führungskräfte mit einem hohen Leistungsdruck sind betroffen: Die Studie Workplace Insights 2025 zeigt, dass das Risiko für Burnout bei diesen Gruppen am höchsten ist. Burnout äußert sich dann durch emotionale Erschöpfung, Zynismus und vor allem eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO entsteht Burnout durch chronischen Arbeitsstress, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Typische Symptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme. Die Folgen für Unternehmen sind gravierend: Burnout führt zu erhöhten Fehlzeiten, sinkender Produktivität und steigender Fluktuation. Eine Studie von Forbes aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 66 Prozent der Arbeitnehmer unter Burnout leiden, was die Produktivität erheblich beeinträchtigt.
Die Hauptursachen für Burnout sind hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck und mangelnde Anerkennung. Besonders gefährdet sind Beschäftigte in der Lebensmitte, da in dieser Phase beruflicher Aufstieg, familiäre Verpflichtungen und steigende Arbeitsbelastung zusammentreffen (Workplace Insights 2025). Ein weiterer Risikofaktor ist der sogenannte Präsentismus. So nennt man das Arbeiten trotz Krankheit. Laut einer Studie von Focus aus diesem Jahr fühlen sich etwa 23 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sehr oft geistig erschöpft, arbeiten aber dennoch weiter.
Unternehmen können Burnout durch gezielte Präventionsmaßnahmen entgegenwirken. Dazu gehören laut einer Liste der Bundesanstalt für Arbeitsschutz:
Burnout, die emotionale Erschöpfung, korreliert nachweislich mit langfristigen Arbeitsausfällen und frühen Renten. Das zeigen die Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in einer Studie aus diesem Jahr. Burnout, so das Fazit der Veröffentlichung, ist ein ernstzunehmendes Thema, das Unternehmen nicht ignorieren sollten. Durch frühzeitige Erkennung und gezielte Prävention können Unternehmen nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeiter schützen, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit steigern.
Prozentsatz der Beschäftigten, die angeben, Burnout-gefährdet zu sein.
Prozentsatz der Beschäftigten, die ihren Zeitdruck als (sehr) hoch einschätzen.
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