Investitionen in Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sind keine Kostenfaktoren. Im Gegenteil: Sie sind Renditetreiber. Der sogenannte Return on Prevention (RoP) liegt international im Schnitt bei 2,2:1, in Deutschland bei 1,6:1. Das bedeutet: Für jeden investierten Euro in Prävention erhält ein Unternehmen mehr als das Doppelte zurück – in Form von weniger Ausfällen, höherer Produktivität, stärkerer Mitarbeiterbindung und verbessertem Image, wie eine aktuelle Analyse der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft zeigt.
Von Klaus Pehle
Die wirtschaftliche Belastung von Unternehmen durch Krankheit ist enorm: Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln beliefen sich die Arbeitgeberkosten für Lohnfortzahlung 2023 auf 76,7 Milliarden Euro. Alleine die Ausfälle verursachten volkswirtschaftliche Schäden von über 128 Milliarden Euro.
Die entgangene Bruttowertschöpfung lag bei 221 Milliarden Euro. Pro Fehltag entstehen somit Kosten von mehreren hundert Euro – ein massives wirtschaftliches Risiko für Unternehmen.
Gezielte Gesundheitsförderung kann die krankheitsbedingten Fehltage in Unternehmen um bis zu 30 Prozent senken. Das zeigt der Fehlzeiten-Report 2024 der AOK. Effektives Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst strukturierte Programme zur langfristigen Förderung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. Es stellt die Aufklärung über den Präsentismus, berücksichtigt den Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten oder Homeoffice-Möglichkeiten und bietet Schulungen an zur psychischen Gesundheit, zu digitalen Gesundheitslösungen und stellt Budgets für Sport- und Präventionsmaßnahmen bereit.
Externe Krisen wie die Covid-19-Pandemie unterstreichen die Bedeutung von Gesundheitsschutz: Zwischen 2020 und 2023 wurden über 540.000 Verdachtsfälle auf Covid-bedingte Berufskrankheiten gemeldet. Betriebe mit gut etablierten BGM-Strukturen konnten auf diese Herausforderungen deutlich resilienter reagieren, wie der Berufsgenossenschaftliche Monitoring-Bericht 2023 zeigt.
Dass Menschen bei der Arbeit krank werden oder sich verletzen, ist nicht erst seit gestern bekannt. Schon seit 100 Jahren gibt es in Deutschland einen besonderen Versicherungsschutz für Menschen, die durch ihre Arbeit krank werden: 1925 trat die erste Berufskrankheiten-Verordnung in Kraft. Damals waren es nur elf anerkannte Erkrankungen. Die Bleivergiftung kam beim Schlosser häufig vor, der Graue Star beim Glasmacher. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Liste kontinuierlich erweitert, um neue Risiken der Arbeitswelt abzudecken.
2025 kamen drei neue Berufskrankheiten dazu, damit sind es jetzt 85. Neu sind Schulter-Läsionen durch die Über-Kopf-Arbeit, Gonarthrose bei Profi-Fußball-Spielerinnen und -Spielern und die chronische Bronchitis durch Quarzstaub.
Investitionen in Arbeitsschutz und BGM sind strategisch klug. Sie reduzieren Fehlzeiten, binden wertvolle Fachkräfte und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit. Bei einem nachgewiesenen Return-on-Prevention von bis zu 2,2:1 ist Prävention keine Ausgabe, sondern ein wirtschaftlicher Hebel. Unternehmen, die heute in Gesundheit investieren und die Entwicklungen der letzten 100 Jahre berücksichtigen, sichern die Stabilität ihres Betriebs – mit messbarem Mehrwert.
1925
Erste Verordnung mit elf Erkrankungen
1952
Aufnahme typischer Industrieerkrankungen wie Asbest- und Staubbelastung
1976
Erweiterung um Krankheitsbilder aus Landwirtschaft und Chemie
1997
Berücksichtigung von Haut- und Atemwegserkrankungen
2025
Drei neue Berufskrankheiten, jetzt 85 insgesamt
Wirtschaft ist Transport, Wirtschaft ist Bewegung und Mobilität – auch in Zeiten von Homeoffice und Video-Meetings. Wie sind Unternehmen, Arbeitnehmende und Logistiker heutzutage unterwegs?
Es tut sich was: Nachhaltig wirtschaften ist aus unternehmerischer Sicht keine bloße Attitüde mehr. Wie rasant sich das Gewerbe in unserer Region tatsächlich verändert, haben wir hier zusammengefasst.
Wer gute Arbeit leisten will, der sollte gesund sein. Wie schafft man das trotz täglicher Herausforderungen im Job, was sind die typischen Berufskrankheiten und wie gesund kann man die Arbeitsumgebung gestalten?
Seit 50 Jahren ist der Rheinisch-Bergische Kreis Standort für Unternehmen, die bekannt sind für Qualitätsprodukte und powervolle Serviceleistungen, für Tradition und Innovation, hohe technologische Kompetenz, ein soziales Miteinander und die Förderung nachhaltigen Wirtschaftens.
Der Standort eines Unternehmens oder auch eines Selbstständigen ist zentral für ein erfolgreiches Arbeiten. Büro, Dienstleistungsbetrieb mit Kundschaft, Produktionsstätte, Lager oder Außenanlagen – für alle gibt es wichtige Punkte wie Sicherheit, Gebäudereinigung und mehr zu beachten.
Vor 30 Jahren hatte man beim Rheinisch-Bergischen Kreis die Vision, das
ehemalige Interatom-Areal in Moitzfeld zu einem Zentrum für Technologie, Innovation und Neugründungen von Unternehmen zu machen. Mit Erfolg: Heute findet sich hier ein lebendiger Wirtschaftsstandort.